Das bin ich ;-)

Das bin ich ;-)
Hallo

Dies bin ich, Marcel, aber meine Freunde nennen mich einfach "Hopi".

Nach meiner beruflichen Tätigkeit als Eventmanager und im Marketing / Verkauf bei einer Eventtechnikfirma, war ich einige Jahre selbstständig (Ideengeber von eventlokale.com) - doch irgendwann hatte ich genug davon. Ich nahm mir eine Auszeit und reiste durch die Welt.

2015 ging es los: Wohnung auflösen und alles verkaufen. Zunächst lernte ich für ein Vierteljahr Englisch in England. Neben dem Sprachunterricht blieb mir genügend Zeit für Land und Leute. Anschließend ging es über Spanien, Portugal, die Kanarischen Inseln, die Kapverden nach Asien, in die Türkei und nach Südamerika. Zwischen den ganzen exotischen Zielen war ich für kurze Zeit immer wieder mal in Europa.

In meinem Blog schreibe ich über meine Reisen, über das, was ich erlebt habe. Oft war es lustig, auch wenn es nicht auf den ersten Blick danach aussah: Schließlich ging auch einiges schief.

Ich berichte hier über meine Erfahrungen und erzähle euch, was ich auch unteranderem mit den Reiseveranstaltern wie sonnenklar.TV, bigXtra, e-kolumbus, Gebeco, Mediplus Reisen etc., den unterschiedlichen Fluggesellschaften und in den Hotels alles erlebt habe. (Reiseveranstalter Feedback)

Ich wünsche euch viel Spass beim Lesen und wenn Ihr Fragen an mich habt, kontaktiert mich einfach.

Euer Hopi

Translate

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Meine Reise auf Google Maps

In Remembrance of His Majesty King Bhumibol Adulyadej




"We were Born in the Reign of King Rama IX. He will always be in our hearts. Our beloved King Bhumibol."

Heute ist ein historischer Tag und wird für immer in die Geschichte Thailands eingehen. Der verstorbene König Bhumibol wird kremiert und sein Volk nimmt endgültig Abschied vom "Vater der Nation". Eine solche Zeremonie hat das Land - und vielleicht sogar die ganze Welt - noch nicht gesehen.
Auf der offiziellen Gästeliste stehen viele Royals aus Europa. So nehmen laut dem thailändischen News-Portal prachachat.net Königin Silvia von Schweden, 73, Königin Maxima von Holland, 46, Königin Mathilde von Belgien, 44, Königin Sophia von Spanien, 78, Kronprinz Frederik von Dänemark, 49, und Kronprinz Haakon von Norwegen, 44, teil.
Alt Bundesrat Joseph Deiss vertritt die Schweiz offiziell an den Feierlichkeiten. Er traf den König zweimal in seiner Bundesrats-Karriere.

Hier kannst du das Video ansehen: 







Fotos hier:







Donnerstag, 5. Januar 2017

Fast zwei Jahre lang on Tour: This is it.

Ich habe euch nun meine Geschichten erzählt. Jetzt ist es für euch an der Zeit, hinauszuziehen, die Welt zu entdecken und eure eigenen Geschichten darüber zu erzählen. 

Für mich ist das Ende meiner Reise gekommen. Immerhin war ich fast 24 Monate lang ununterbrochen unterwegs. Ich zog quer durch Asien: Vietnam, Kambodscha, Thailand, Indien, Laos, Myanmar und Hongkong waren Stationen meiner Reise.

Weiter ging es nach Mexico, hier folgte ich den Spuren der Mayas.

Aber ich zog auch durch Europa und darüber hinaus, war in Spanien, auf den kapverdischen Inseln, Portugal, Italien, Türkei, Tunesien, Marokko, England, Tschechien, Deutschland und - selbstverständlich - der Schweiz.

Für mich bleiben alle Erinnerungen, so unglaublich viele und schöne, ich hatte einzigartige Erlebnisse und durfte grossartige Freundschaften schliessen. Sicherlich, ich könnte tagelang von meinen Erlebnissen erzählen - aber manchmal ist es besser, einfach zu schweigen und zu geniessen.

Ich habe in diesen zwei Jahren so viel erlebt, dass ich oft selbst in meinem Blog meine Geschichten nachlese und die Bilder dazu ansehen muss. Es ist so viel passiert, ich habe so viel gemacht, so viele kleine Geschichten erlebt, dass ich alles gar nicht aufschreiben kann - einiges muss einfach in meinem Kopf als Erinnerung bleiben. Auch von meinen Bildern zeigt mein Reiseblog nur einen kleinen Teil, vieles muss einfach auch privat bleiben ;-)

Ich hoffe jedenfalls, dass ich dich mit meinen Erlebnissen mitreissen und begeistern konnte, die ich auf meinem Reiseblog geschildert habe. Ich hoffe, dass du meine Begeisterung ein wenig nachvollziehen und fühlen konntest - und mein Glück teilen konntest, dass ich eine solche Reise unternehmen durfte.

Ja, ich werde vieles und vor allen Dingen viele Menschen vermissen, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Unzählige Freundschaften habe ich geschlossen, von denen ich vermute, dass sie den Rest meines Lebens halten werden. Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn ich den einen oder anderen meiner Freunde draussen in der grossen Welt treffen kann - oder ihm meine Heimat zeigen darf.

Ich habe in guten Hotels ebenso übernachtet, wie im einfachen Bungalow aus Bambus, oder auf der einfachen Matratze auf dem Boden, im Flugzeug, im Zug oder Bus.

Es gab einen Tag, an dem ich bestimmt 100 Moskito-Stiche bekam, aber auch Bauchschmerzen, drei mal im Spital, eine Lungenentzündung, Magen-Darm-Grippe, aber auch andere Wehwehchen und Blessuren. Ich verlor mein Handy beim River-Rafting und schürfte mir dabei auch noch die Beine auf.

Ja, ich werde vieles und viele vermissen. Die nervigen Strandverkäufer und Massagedamen am Beach ebenso, wie den kleinen Jungen, der noch nachts um zehn als Schuhputzer unterwegs sein musste, damit er ein bisschen Geld verdienen konnte. Ich habe mir von ihm immer wieder meine Schuhe auf Hochglanz polieren lassen. 

Die Fahrer der Tuk-Tuks in Bangkok, die nur auf Touristen-Abzocke aus waren, die leckere Nudelsuppe in Mamas-Strassenküche, das Chang-Bier, Myanmar-Bier, oder das Singtao. Die Inder, die gemeinsam mit ihren Kühen lebten, die aufdringlichen Verkäufer, die einfach riefen: "Hey, man: Good price, only 100", aber nicht verrieten, ob sie 100 Dollar, Rupien oder etwas anderes meinten.

Meine heisse Fahrt mit dem Tuk-Tuk in Indien, als zwei Damen mitfuhren, von denen eine hinten sass und den gierig blickenden Indern die langen Beine zeigte.

Selbstverständlich all die wunderbaren Orte, wie das Taj Mahal, Angkor Wat, Hanoi, Saigon, Tunis, Pamukkale, Istanbul und viele weitere.

Ja, und meine unglaublich liebe Gastfamilie in London, mit denen ich während meiner drei Monate Aufenthalt so viel gelacht habe, dass uns oft davon die Tränen kamen.

Die freundschaftlichen Umarmungen und die Abschiedstränen, die ich in manchen Augen sah, die Leichtigkeit und das einfache Leben. Es ist so grossartig, wenn Menschen Dinge wertschätzen, Dinge, die bei uns normal sind und die viele Menschen auf der Welt einfach nicht besitzen.

Ich habe im Tropenregen gebadet, sass oft ganz früh am Morgen oder spät am Abend draussen, sah der Sonne beim Auf- oder Untergehen zu. Ich sah den Mond aus einem ganz anderen Winkel. Oft konnte ich einfach sorglos zu neuen Abenteuern weiterziehen. Ich habe gelacht und geweint - und auch beides zusammen. Ich sah in Kinderaugen, die glücklich waren, weil es etwas zu essen gab oder ein kleines Spielzeugauto. Ich sah, wie Armut und Luxus dicht beieinander lagen, lernte die Zeit zu schätzen und brauchte nicht auf die Uhr zu schauen. Ich durfte einfach glücklich sein!

Ich habe so viel um mich herum erlebt, dass ich noch lange davon zehren werde. Ich komme mir dabei ein bisschen wie ein Archiv vor, in dem jetzt alles sorgfältig registriert werden muss.

Ich kam ganz ohne Stress und mit nur wenigen Terminen aus. Oft habe ich das Handy ausgeschaltet, damit mich keine WhatsApp-Nachrichten mehr erreichen konnten, auch wenn es alle nur gut mit mir gemeint haben.

Niemand hat mich erwartet oder hatte Erwartungen an mich. Oft brachte mich nur der Zufall weiter und zeigte mir einen interessanten Weg oder führte mich zu neuen Bekanntschaften.

Ich habe nur einen Euro bezahlt - und bekam das leckerste Essen der Welt serviert. Anschliessend gönnte ich mir den Luxus einer zweiten Portion. An jeder Ecke warteten Menschen, erzählten mir die Geschichte ihres Lebens, auch wenn unter ihnen sicherlich einige Betrüger waren.

Die materielle Welt, wie wir sie in Europa kennen, in der sich alles nur um Arbeit, Geld, Wohlstand und Luxus dreht, spielt hier draussen keine Rolle. Hier ist es wichtig, etwas zu essen, ein Zugang zu sauberem Wasser und ein Dach über dem Kopf zu haben. Oft wurde aus einem kleinen BBQ eine grosse Grillparty, die weniger kostete, als ein Essen im Schweizer Restaurant.

Ich werde vieles - und vor allen Dingen viele Menschen vermissen. Ich habe mich gefreut, wenn meine Posts auf Facebook und auf dem Reiseblog geliked wurden. Es wurden immer mehr Menschen, die ich auf meinen Reisen neu kennengelernt habe - und immer weniger, die ich zu Hause zurückgelassen habe. Ob mich meine Freunde inzwischen vergessen haben?

Ich verlasse dieses ungebundene Leben mit einem weinenden und einem lachenden Auge, wenn ich zurückkehre.

Besonders in den letzten Monaten meiner Reise habe ich immer wieder die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt: Urlauber, Touristen, Backpacker, Aussteiger - und so manche spannenden, lustigen, tragischen und geradezu unglaublichen Geschichten gehört.

Mit einigen befreundete ich mich, so dass wir über eine längere Zeit gemeinsam unterwegs waren - Danke, Wanchai! - und bei vielen anderen war ich einfach froh, dass sie wieder zurück mussten und somit aus meinem Leben verschwanden.

Wenn du mich jetzt fragst, welches der schönst Ort auf meiner Reise war, kann ich dir nur sagen: Es gibt keinen schönsten Ort. Jeder Ort ist für sich einzigartig und speziell. Ich möchte keinen von ihnen missen und bin einfach nur glücklich, dass ich so viel erleben und sehen durfte.

Ob ich Angst vor meiner Rückkehr habe? Sicher. Auf der einen Seite freue ich mich darauf - und auf der anderen Seite habe ich auch Angst davor. Schliesslich habe ich vor meiner Reise alles, wirklich alles aufgegeben: Job, Wohnung und meine bürgerliche Existenz. Ich muss alles wieder von neuem aufbauen. Ich werde sehen, wie ich den Wechsel von meinem unbekümmerten und lockeren Leben in die fest geordneten Bahnen schaffe. Dass Menschen anders leben können, das habe ich ja erlebt.

Ich bin mir aber ganz sicher, dass ich durch diese andere Lebensweise, dadurch, dass ich so viele unterschiedliche Kulturen kennengelernt habe, durch mein Zusammenleben mit den zum Teil Ärmsten der Welt und meine grosse Selbstständigkeit und das täglich neu auf die Probe gestellte Organisationstalent viel gelernt habe, was mir in meinem weiteren Leben und meinem Beruf weiterhelfen kann.

Und zum Schluss: Ja. Es war - und ist es immer noch - die beste Entscheidung meines Lebens. Niemand kann mir die Erfahrungen und Momente nehmen, die tausende an Bildern und Souveniers. Darauf bin ich stolz.

Und, wer weiss: Vielleicht bin ich ja schon bald wieder zurück on the road und zum nächsten Abenteuer unterwegs. Ihr werdet es hier jedenfalls als Erste erfahren.

Denkt immer daran: Es gibt kein Ende. Ich verlasse nur diese Geschichte. Jetzt seid ihr selbst an der Reihe: Unsere begrenzte Zeit auf Erden ist das Kostbarste, was wir haben. Macht etwas daraus!

Ich wünsche Euch allen eine GUTE REISE !






Eine kleine Statistik: 
  • Flüge
    • Total in 2 Jahren 61 Flugstrecken geflogen. Von der Propeller Maschine, A320 A330, Dreamliner bis hin zur A380. 
  • Hotelübernachtungen 
    • Genau 660 Übernachtungen. Vom einfachen Bed&Breakfast, 0 Sterne Hotel, Bamboo Bungalow bis 5 Sterne.
  • Handy-Verschleiss
    • 2 Handys. Samsung S7 ist zwar Wasserdicht, konnte aber im Fluss nicht schwimmen. Neues Oppo viel mir runter als ich in Myanmar eine steile Treppe hinaufsteigen musste. Fazit; zerbrochenes Display. 
  • Gestohlen oder sonstiges verloren 
    • Nichts! 
  • Koffer
    • Mein Roll-Reise-Koffer-Rucksack begleitete mich über die 2 Jahre. Dazu kam ab und zu noch ein kleiner Koffer oder Tasche für die Souvenirs, Weekend-Ausflüge oder neue Kleider. 
  • Laptop
    • Mein ASUS E202S begleitete mich ebenfalls die ganze Zeit. Es gab dazwischen mal eine neue Festplatte weil durch einen Stoss die alte kaputt ging. Die Daten welche ich dadurch verloren habe, brauchte ich bis heute nicht mehr. Dank Dropbox und tägliches Sichern der Daten gingen aber fast keine Fotos und Daten wirklich verloren. 
  • Kontrolle
    • Ich bin nur ein einziges mal in eine Strassenkontrolle mit dem Motorbike gekommen und hatte es dabei lustig mit den Polizisten. 
  • Budget für 2 Jahre reisen
    • Darüber schweige ich. Fakt ist, du kannst besonders in Thailand sehr günstig leben und daher sehr lange dort bleiben. Bei mir durfte aber der Spass und die Freude am Tag nie fehlen. Geniessen und Erleben waren wichtiger als ein Tag mit 5 Euro zu überleben. 
  • Gereiste Kilometer
    • UFF sehr viele. Mit Flug, Auto, Bus, Zug, Schiff und zu Fuss. 




Meine Rückreise in die Schweiz mit Überraschung

Mein Freund aus der Schweiz, Dino, hat mich zu Weihnachten in der Türkei besucht und mich mit einem Rückreise Ticket nach Silvester überrascht. Angekommen in meiner neuen leeren Wohnung wurde ich gleich nochmals überrascht von einem "Starter-Paket" mit allem was man so für die ersten Tage braucht. Besten Dank! 

     
     

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Mit 340 PS über Stock und Stein

Nachdem ich aus Asien zurückgekehrt war, verbrachte ich ein paar Tage in Las Palmas auf Gran Canaria, aus denen schlussendlich sogar drei ganze Wochen wurden. Anschließend reiste ich weiter in die Türkei. Das ist für dieses Jahr meine letzte Reise, von der ich als Travelblogger ausführlich berichten werde: Über Land und Leute - und selbstverständlich auch über das Hotel. 

Damit auch ja keine Langeweile aufkommt, buchte ich gleich zu Beginn bei der Reiseleitung insgesamt sechs Ausflüge.

Leider wurde der  erste Ausflug "Sea to Sky", mit dem ich dem Himmel ganz nah kommen wollte und der auf den Olympos Telefrik Berg mit seinen 2365 Metern gehen sollte, abgesagt. In der Anlage waren nur relativ wenige All-Inclusive Pauschaltouristen, die zudem schon ein wenig älter waren und wenig Interesse an Ausflügen zeigten.

Schade. Da am Samstag ein klarer und tiefblauer Himmel sicherlich eine großartige Rundumsicht ermöglicht hätte.

Zufällig traf ich abends in der Hotellobby den Reiseleiter, der mir für Sonntag den 11.12. die Porsche Off Road Tour offerierte. Diese hatte ich zwar für den 22.12. gebucht, doch es war auch hier noch nicht sicher, ob diese tatsächlich stattfinden würde. Für die Tour am 11.12. hätten sich bereits sechs Teilnehmer angemeldet - und somit würde sie auch tatsächlich stattfinden.

Selbstverständlich sagte ich sofort zu und freute mich den ganzen restlichen Abend wie ein ein kleines Kind vor Weihnachten, dass ich am Sonntag die Landschaft in einem Luxus-Porsche erkunden durfte. 

Am frühen Sonntag-Morgen ging es dann auch schon mit einem kleinen Minibus los, mit dem ich vom Hotel abgeholt wurde. Mit insgesamt sieben Leuten fuhren wir gut eine Dreiviertelstunde lang, vorbei an Antalya, immer in Richtung des Nationalparkes, der sich etwa 25 Kilometer von Antalya entfernt befindet. Ich schaute mich im Bus um, musterte meine Mitfahrer: Würden sie auf der Porsche-Tour mit dabei sein?

Die Fahrt an sich war eher gemütlich: Während die einen noch schliefen, unkten andere darüber, ob das bereits die "getürkte" Porsche-Tour sei. (Das Wort "getürkt" fiel mir in den letzten Tagen immer wieder auf, vor allen Dingen als Werbung in Shops. Dort hiess es: "Echt getürkte Uhren und Marken-T-Shirts". Damit sollte man meinen, sei jeder gewarnt - und trotzdem fallen immer noch Leute auf diese Sprüche herein und denken, dass eine Rolex für 30 Euro oder ein T-Shirt von Dolce Gabbana für 5 Euro tatsächlich echt sei. Die werden sich wundern, wenn der Zoll später eine Kontrolle macht.)

Unsere gebuchte Luxus-Porsche-Tour jedenfalls war absolut nicht "getürkt": Ein Stück von Antalya entfernt warteten neben einer Tankstelle drei Porsche Cayenne auf uns. Gut, es war nicht das allerneueste Modell, aber alle Autos waren super gepflegt, sauber geputzt und scharrten gewissermaßen mit all ihren 340 Pferdehufen. Unser Abenteuer konnte beginnen.

Unser Tourguide Cyan begrüsste uns, gab uns ein paar nützliche Informationen über den Tag im Allgemeinen und die Gegend hier im Besonderen, verteilte die Fahrzeugschlüssel und erklärte kurz die Fahrzeuge. Wir verteilten uns auf die drei Fahrzeuge: das heißt, sieben Teilnehmer der Tour, der Tourguide und ein Fotograf, also insgesamt neun Personen. Ich stieg gemeinsam mit einem deutschen Pärchen aus dem Nachbar-Hotel Titanic in ein Fahrzeug, die vier anderen Tourteilnehmer kamen ebenfalls aus Deutschland und waren auf einem Weihnachtsausflug ihrer Firma in der Türkei. Zu dieser Tour hatte sie ihr Chef eingeladen.

Da unterwegs genügend Stopps eingeplant waren, kann jeder fahren, der das möchte. Maximal vier Passagiere passen in eines der Fahrzeuge, und bei einem Stopp besteht immer die Möglichkeit, die Sitze miteinander zu tauschen. Als wir dann fuhren, stellte sich heraus, dass "mein Fahrer" so begeistert vom Porsche war, dass ich ihn den ganzen Tag am Steuer liess - somit hatte ich zudem viel mehr Gelegenheit, die Gegend ausführlich zu begucken und geniessen.

Dann ging es los, zunächst blieb die Fahrt noch ruhig und gemächlich, steigerte sich jedoch im Laufe des Tages. Off-Road ist tatsächlich ein unglaublich spannendes Vergnügen: Wenn das Fahrzeug bergab fährt, kitzelt es im Bauch. Auch die Bandscheiben werden mächtig auf ihre Elastizität geprüft.

Sobald wir die geteerten Hauptstrassen verlassen hatten, ging es im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein. Allerdings lagen weniger Stöcke im Weg, Steine dafür um so mehr. Doch das war es ja, was ich in meinem Urlaub immer suche, ein Erlebnis, das für mich unvergesslich bleibt. Mir reicht es nicht, mich nur drei Woche lang im Hotel zu vergnügen, mich am Büffet vollzufuttern und zu saufen. Ich will raus aus der Komfortzone, ich will etwas sehen, etwas erleben und das auch geniessen.

Wir standen an tiefen Schluchten, schauten in den Abgrund, sahen völlig unberührte Natur und tranken einen leckeren Kaffee oder Tee. Einmal machten wir an einem kleinen Fluss eine Pause, in dem das Wasser so klar war, dass ich am liebsten gleich darin gebadet hätte. Im Sommer kann man das auch machen, nur jetzt, so kurz vor Weihnachten, ist es doch ein wenig zu kalt dazu. Dazu bekamen wir von unserem Guide Cyan viele kulturgeschichtliche Informationen. Als Deutsch-Türke sprach er übrigens fliessend Deutsch - und wusste noch dazu viel über Deutschland und die Schweiz.

Wir fuhren durch einen riesigen Nationalpark, dessen eine Seite selbst bei den Bewohnern von Antalya noch fast unbekannt ist. Ausserdem steht die andere Seite noch nicht in den Programmen der Reiseveranstalter - so kommt es, dass sich hierher nur wenige Einheimische "verirren", die Sonntags den Park als nahe gelegenen "Freizeitpark" nutzen, hier picknicken und sich erholen. Im dem Teil des Parkes, in dem wir unterwegs waren, ist es absolut ruhig. Es sind kaum Menschen hier, in der Ferne sind die Vögel zu hören und gelegentlich rufen irgendwelche anderen Tiere. Überhaupt ist ein Teil des Nationalparks nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, damit sich hier die Tiere aufhalten können und völlig ungestört sind.

Doch ich schweife ab: Zurück zu unserer holprigen Fahrt. Wir haben im Auto so unglaublich viel gelacht, besonders als wir mit dem Porsche einen kleinen Canyon nach unten fuhren. Das war die sogenannte "Kokain-Strasse", auf der es hinunter zum Fluss ging. Warum die Strasse ausgerechnet so heisst? Na, dreimal dürft ihr raten. ;-), und ich wette, völlig falsch. Die Strasse, die eigentlich eher ein schmaler Weg ist, besteht aus Kalksteinen und Kalkstein-Staub. Unsere drei Autos wirbelten den Staub dermassen in die Luft, dass das jeweils vorausfahrende Fahrzeug fast völlig darin verschwand, auch das erste Fahrzeug mit dem Tourguide darin. Wir haben ganz fix die Fenster geschlossen, die Lüftung auf Umluft gestellt und hofften, dass der Staubpartikelfilter von Porsche das macht, was er machen soll: Sämtlichen Staub filtern, so dass kein "Kokain-Staub" in das Fahrzeug hinein kommt.

Auf dieser Fahrt durch den Canyon stellt sich der Porsche Cayenne denn auch als gutes Off-Road Fahrzeug heraus: Dieses Fahrzeug gehört schliesslich nicht auf die Autobahn, sondern hat hier im Gelände seinen natürlichen Spiel- und Lebensraum, in dem es zeigen kann, was in ihm steckt. Das wahre sportliche Erlebnis bietet der Cayenne, wenn er nahe an seine Grenzen kommt. Er fuhr völlig zuverlässig, selbst in dem Moment, als der Weg steil bergauf führte, zudem alles andere als eben war. Hier gab der Allrad-Antrieb sein bestes - und brachte uns sicher nach oben. Übrigens verlangt eine solche Tour auch dem Fahrer eines solchen Off-Road-Fahrzeuges einiges an Geschicklichkeit ab. Doch der Fahrer in unserem Auto hatte den Porsche fest im Griff und meisterte gemeinsam mit ihm diese steinige und unebene Strasse. Wir kommen ohne Schaden am Auto oder uns ganz oben an und ich bin mir sicher, dass dies ein echtes Off-Road-Abenteuer war, das ich erleben durfte.

Die Tour ging weiter. Als wir an einem Fluss einen besonders idyllischen Platz erreichten, wartete hier schon unser zweiter Tourguide auf uns. Erdogan hatte mit seinem Gehilfen ein typisch türkisches BBQ-Essen vorbereitet. Jeder schnappte sich einen der Campingstühle, die ganz zufällig im Kofferraum der Fahrzeuge steckten. Auf einen improvisierten Grill - überhaupt grillen die Türken auch in ihrer Heimat sehr gerne, nicht nur in Deutschland oder der Schweiz - wartete saftiges Hähnchen und eine würzig-pikante Grillwurst darauf, dass wir sie verspeisten. Das Fleisch wurde in ein leckeres Brötchen "verpackt", mit Tomaten und Zwiebeln garniert. So war es dann ein Kebab, der ausgezeichnet schmeckte. Da ich im Hotel noch kein Frühstück gegessen hatte, nahm ich gleich zwei - und weil es gar zu gut schmeckte, gleich noch einen dritten davon. Wow. War es die frische Luft, das Abenteuer oder diese besondere Umgebung? Alles schmeckte fabelhaft und war um Längen besser, als in einem dunklen Restaurant zu sitzen und dort an einem gedeckten Tisch zu sitzen.

Wir sassen gemütlich, lauschten dem leise vor sich hin murmelnden Wasser. Wir waren nicht ganz alleine hier, sondern sassen mit einer kleinen Gruppe zusammen, die mit dem Mountain-Bike hierher geradelt war. Echt der Wahnsinn: Wenn ich mir die Strasse hier angucke und mir vorstelle, wie jemand mit dem Mountain-Bike hier bergauf und -abwärts radelt. Das ist echt eine Leistung, vor der ich meinen Hut ziehe. Da jeder der Porsches von 340 Pferdchen gezogen wird, haben wir es einfacher. Dafür sind wir zwar nicht ganz so sportlich unterwegs, aber das stört mich nicht.

Unser Mittagessen war übrigens im Preis der Off-Road-Tour enthalten, wir brauchten nur die Getränke extra zu zahlen. In einer gekühlten Box stand Wasser, Cola, Eistee und sogar Efes-Bier zur Auswahl. Wer allerdings einen der Porsches fahren wollte, durfte kein Efes trinken, schliesslich haben die Fahrer nicht nur die Verantwortung für ein teures Auto, sondern auch für die anderen Passagiere, die darin sitzen.

Wer hier, so mitten in der Natur, isst und trinkt, sollte bedenken, dass es hier, weit abseits von jeder Zivilisation, auch keine luxuriösen Toiletten gibt. Wer hier ein menschliches Bedürfnis verspürt, sucht sich einfach einen Baum oder einen Strauch, hinter dem er verschwinden kann. Allerdings muss dann jeder selbst hoffen und aufpassen, dass nicht gerade eine Schlange oder ein anderes wildes Tier seinen Weg kreuzt.

Zwar konnten wir sämtliche 340 PS, die der Porsche so bietet, nicht wirklich ausnutzen, doch der Fahrspass weit ab von befestigten Wegen, die irre Gegend hier und die unberührte Natur stehen ganz klar im Vordergrund.

Die Fahrt an diesem Tag endete an der sogenannten "Schwiegermutter-Schlucht". Leider konnte - oder wollte - uns Cyan nicht sagen, wie diese Schlucht wohl zu ihrem vielsagenden Namen gelangt war. Doch wir machten uns so unsere eigenen Gedanken dazu. Schliesslich geht es hier tief in den Abgrund hinab. Der Rand des Weges war zwar mit einem Geländer gesichert, doch so ganz wohl war mir nicht. Aber ich habe ja auch Höhenangst, da wird mir bei einem solchen Anblick ohnehin eher mulmig im Bauch. Wer übrigens sehr mutig ist, kann sich auf eine kleine Plattform stellen, die etwa drei Meter über die Schlucht hinaus gebaut wurde. Von hier aus hat man einen völlig ungebremsten Blick nach unten. Zwar wirkt die kleine Plattform weder sicher noch modern auf mich, doch ich überwinde mich mal wieder. Schliesslich habe ich trotz meiner tatsächlich gut ausgeprägten Höhenangst schon ganz andere Sachen überlebt. Also hüpfe ich auf die Plattform und schiesse ein Selfie. Für die Ewigkeit. Und ja, ich komme auch völlig heil und gesund wieder auf den festen Boden zurück.



                            

Gebucht: Beim lokalen Partner von FTI Touristik der Meeting Point Turkey
Veranstalter: Cross Country Cayenne, Tropikant Tourism
Fahrzeuge; Porsche Cayenne mit 340 PS