Translate

Donnerstag, 5. Januar 2017

Fast zwei Jahre lang on Tour: This is it.

Ich habe euch nun meine Geschichten erzählt. Jetzt ist es für euch an der Zeit, hinauszuziehen, die Welt zu entdecken und eure eigenen Geschichten darüber zu erzählen. 

Für mich ist das Ende meiner Reise gekommen. Immerhin war ich fast 24 Monate lang ununterbrochen unterwegs. Ich zog quer durch Asien: Vietnam, Kambodscha, Thailand, Indien, Laos, Myanmar und Hongkong waren Stationen meiner Reise.

Weiter ging es nach Mexico, hier folgte ich den Spuren der Mayas.

Aber ich zog auch durch Europa und darüber hinaus, war in Spanien, auf den kapverdischen Inseln, Portugal, Italien, Türkei, Tunesien, Marokko, England, Tschechien, Deutschland und - selbstverständlich - der Schweiz.

Für mich bleiben alle Erinnerungen, so unglaublich viele und schöne, ich hatte einzigartige Erlebnisse und durfte grossartige Freundschaften schliessen. Sicherlich, ich könnte tagelang von meinen Erlebnissen erzählen - aber manchmal ist es besser, einfach zu schweigen und zu geniessen.

Ich habe in diesen zwei Jahren so viel erlebt, dass ich oft selbst in meinem Blog meine Geschichten nachlese und die Bilder dazu ansehen muss. Es ist so viel passiert, ich habe so viel gemacht, so viele kleine Geschichten erlebt, dass ich alles gar nicht aufschreiben kann - einiges muss einfach in meinem Kopf als Erinnerung bleiben. Auch von meinen Bildern zeigt mein Reiseblog nur einen kleinen Teil, vieles muss einfach auch privat bleiben ;-)

Ich hoffe jedenfalls, dass ich dich mit meinen Erlebnissen mitreissen und begeistern konnte, die ich auf meinem Reiseblog geschildert habe. Ich hoffe, dass du meine Begeisterung ein wenig nachvollziehen und fühlen konntest - und mein Glück teilen konntest, dass ich eine solche Reise unternehmen durfte.

Ja, ich werde vieles und vor allen Dingen viele Menschen vermissen, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Unzählige Freundschaften habe ich geschlossen, von denen ich vermute, dass sie den Rest meines Lebens halten werden. Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn ich den einen oder anderen meiner Freunde draussen in der grossen Welt treffen kann - oder ihm meine Heimat zeigen darf.

Ich habe in guten Hotels ebenso übernachtet, wie im einfachen Bungalow aus Bambus, oder auf der einfachen Matratze auf dem Boden, im Flugzeug, im Zug oder Bus.

Es gab einen Tag, an dem ich bestimmt 100 Moskito-Stiche bekam, aber auch Bauchschmerzen, drei mal im Spital, eine Lungenentzündung, Magen-Darm-Grippe, aber auch andere Wehwehchen und Blessuren. Ich verlor mein Handy beim River-Rafting und schürfte mir dabei auch noch die Beine auf.

Ja, ich werde vieles und viele vermissen. Die nervigen Strandverkäufer und Massagedamen am Beach ebenso, wie den kleinen Jungen, der noch nachts um zehn als Schuhputzer unterwegs sein musste, damit er ein bisschen Geld verdienen konnte. Ich habe mir von ihm immer wieder meine Schuhe auf Hochglanz polieren lassen. 

Die Fahrer der Tuk-Tuks in Bangkok, die nur auf Touristen-Abzocke aus waren, die leckere Nudelsuppe in Mamas-Strassenküche, das Chang-Bier, Myanmar-Bier, oder das Singtao. Die Inder, die gemeinsam mit ihren Kühen lebten, die aufdringlichen Verkäufer, die einfach riefen: "Hey, man: Good price, only 100", aber nicht verrieten, ob sie 100 Dollar, Rupien oder etwas anderes meinten.

Meine heisse Fahrt mit dem Tuk-Tuk in Indien, als zwei Damen mitfuhren, von denen eine hinten sass und den gierig blickenden Indern die langen Beine zeigte.

Selbstverständlich all die wunderbaren Orte, wie das Taj Mahal, Angkor Wat, Hanoi, Saigon, Tunis, Pamukkale, Istanbul und viele weitere.

Ja, und meine unglaublich liebe Gastfamilie in London, mit denen ich während meiner drei Monate Aufenthalt so viel gelacht habe, dass uns oft davon die Tränen kamen.

Die freundschaftlichen Umarmungen und die Abschiedstränen, die ich in manchen Augen sah, die Leichtigkeit und das einfache Leben. Es ist so grossartig, wenn Menschen Dinge wertschätzen, Dinge, die bei uns normal sind und die viele Menschen auf der Welt einfach nicht besitzen.

Ich habe im Tropenregen gebadet, sass oft ganz früh am Morgen oder spät am Abend draussen, sah der Sonne beim Auf- oder Untergehen zu. Ich sah den Mond aus einem ganz anderen Winkel. Oft konnte ich einfach sorglos zu neuen Abenteuern weiterziehen. Ich habe gelacht und geweint - und auch beides zusammen. Ich sah in Kinderaugen, die glücklich waren, weil es etwas zu essen gab oder ein kleines Spielzeugauto. Ich sah, wie Armut und Luxus dicht beieinander lagen, lernte die Zeit zu schätzen und brauchte nicht auf die Uhr zu schauen. Ich durfte einfach glücklich sein!

Ich habe so viel um mich herum erlebt, dass ich noch lange davon zehren werde. Ich komme mir dabei ein bisschen wie ein Archiv vor, in dem jetzt alles sorgfältig registriert werden muss.

Ich kam ganz ohne Stress und mit nur wenigen Terminen aus. Oft habe ich das Handy ausgeschaltet, damit mich keine WhatsApp-Nachrichten mehr erreichen konnten, auch wenn es alle nur gut mit mir gemeint haben.

Niemand hat mich erwartet oder hatte Erwartungen an mich. Oft brachte mich nur der Zufall weiter und zeigte mir einen interessanten Weg oder führte mich zu neuen Bekanntschaften.

Ich habe nur einen Euro bezahlt - und bekam das leckerste Essen der Welt serviert. Anschliessend gönnte ich mir den Luxus einer zweiten Portion. An jeder Ecke warteten Menschen, erzählten mir die Geschichte ihres Lebens, auch wenn unter ihnen sicherlich einige Betrüger waren.

Die materielle Welt, wie wir sie in Europa kennen, in der sich alles nur um Arbeit, Geld, Wohlstand und Luxus dreht, spielt hier draussen keine Rolle. Hier ist es wichtig, etwas zu essen, ein Zugang zu sauberem Wasser und ein Dach über dem Kopf zu haben. Oft wurde aus einem kleinen BBQ eine grosse Grillparty, die weniger kostete, als ein Essen im Schweizer Restaurant.

Ich werde vieles - und vor allen Dingen viele Menschen vermissen. Ich habe mich gefreut, wenn meine Posts auf Facebook und auf dem Reiseblog geliked wurden. Es wurden immer mehr Menschen, die ich auf meinen Reisen neu kennengelernt habe - und immer weniger, die ich zu Hause zurückgelassen habe. Ob mich meine Freunde inzwischen vergessen haben?

Ich verlasse dieses ungebundene Leben mit einem weinenden und einem lachenden Auge, wenn ich zurückkehre.

Besonders in den letzten Monaten meiner Reise habe ich immer wieder die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt: Urlauber, Touristen, Backpacker, Aussteiger - und so manche spannenden, lustigen, tragischen und geradezu unglaublichen Geschichten gehört.

Mit einigen befreundete ich mich, so dass wir über eine längere Zeit gemeinsam unterwegs waren - Danke, Wanchai! - und bei vielen anderen war ich einfach froh, dass sie wieder zurück mussten und somit aus meinem Leben verschwanden.

Wenn du mich jetzt fragst, welches der schönst Ort auf meiner Reise war, kann ich dir nur sagen: Es gibt keinen schönsten Ort. Jeder Ort ist für sich einzigartig und speziell. Ich möchte keinen von ihnen missen und bin einfach nur glücklich, dass ich so viel erleben und sehen durfte.

Ob ich Angst vor meiner Rückkehr habe? Sicher. Auf der einen Seite freue ich mich darauf - und auf der anderen Seite habe ich auch Angst davor. Schliesslich habe ich vor meiner Reise alles, wirklich alles aufgegeben: Job, Wohnung und meine bürgerliche Existenz. Ich muss alles wieder von neuem aufbauen. Ich werde sehen, wie ich den Wechsel von meinem unbekümmerten und lockeren Leben in die fest geordneten Bahnen schaffe. Dass Menschen anders leben können, das habe ich ja erlebt.

Ich bin mir aber ganz sicher, dass ich durch diese andere Lebensweise, dadurch, dass ich so viele unterschiedliche Kulturen kennengelernt habe, durch mein Zusammenleben mit den zum Teil Ärmsten der Welt und meine grosse Selbstständigkeit und das täglich neu auf die Probe gestellte Organisationstalent viel gelernt habe, was mir in meinem weiteren Leben und meinem Beruf weiterhelfen kann.

Und zum Schluss: Ja. Es war - und ist es immer noch - die beste Entscheidung meines Lebens. Niemand kann mir die Erfahrungen und Momente nehmen, die tausende an Bildern und Souveniers. Darauf bin ich stolz.

Und, wer weiss: Vielleicht bin ich ja schon bald wieder zurück on the road und zum nächsten Abenteuer unterwegs. Ihr werdet es hier jedenfalls als Erste erfahren.

Denkt immer daran: Es gibt kein Ende. Ich verlasse nur diese Geschichte. Jetzt seid ihr selbst an der Reihe: Unsere begrenzte Zeit auf Erden ist das Kostbarste, was wir haben. Macht etwas daraus!

Ich wünsche Euch allen eine GUTE REISE !






Eine kleine Statistik: 
  • Flüge
    • Total in 2 Jahren 61 Flugstrecken geflogen. Von der Propeller Maschine, A320 A330, Dreamliner bis hin zur A380. 
  • Hotelübernachtungen 
    • Genau 660 Übernachtungen. Vom einfachen Bed&Breakfast, 0 Sterne Hotel, Bamboo Bungalow bis 5 Sterne.
  • Handy-Verschleiss
    • 2 Handys. Samsung S7 ist zwar Wasserdicht, konnte aber im Fluss nicht schwimmen. Neues Oppo viel mir runter als ich in Myanmar eine steile Treppe hinaufsteigen musste. Fazit; zerbrochenes Display. 
  • Gestohlen oder sonstiges verloren 
    • Nichts! 
  • Koffer
    • Mein Roll-Reise-Koffer-Rucksack begleitete mich über die 2 Jahre. Dazu kam ab und zu noch ein kleiner Koffer oder Tasche für die Souvenirs, Weekend-Ausflüge oder neue Kleider. 
  • Laptop
    • Mein ASUS E202S begleitete mich ebenfalls die ganze Zeit. Es gab dazwischen mal eine neue Festplatte weil durch einen Stoss die alte kaputt ging. Die Daten welche ich dadurch verloren habe, brauchte ich bis heute nicht mehr. Dank Dropbox und tägliches Sichern der Daten gingen aber fast keine Fotos und Daten wirklich verloren. 
  • Kontrolle
    • Ich bin nur ein einziges mal in eine Strassenkontrolle mit dem Motorbike gekommen und hatte es dabei lustig mit den Polizisten. 
  • Budget für 2 Jahre reisen
    • Darüber schweige ich. Fakt ist, du kannst besonders in Thailand sehr günstig leben und daher sehr lange dort bleiben. Bei mir durfte aber der Spass und die Freude am Tag nie fehlen. Geniessen und Erleben waren wichtiger als ein Tag mit 5 Euro zu überleben. 
  • Gereiste Kilometer
    • UFF sehr viele. Mit Flug, Auto, Bus, Zug, Schiff und zu Fuss. 

Wenn du in Thailand mal was erleben möchtest und einen Privaten Tourguide in Nordthailand suchst empfehle ich dir: https://www.chiangmaiprivatetour.com/


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen