Translate

Samstag, 11. Juni 2016

Mexico auf den Spuren der Maya

Ab nach Mexico: arriba! andale!, wie Speedy Gonzales, die schnellste Maus von Mexiko immer sagt. (Auf! Los!)

Zum ersten Mal in meinem Leben fliege ich in Richtung Westen über den grossen Teich. Bis es allerdings tatsächlich so weit war, blieb es spannend. Allerdings ging es dieses Mal nicht um ein Upgrade oder einen Sitz am Fenster, sondern mir machte tatsächlich meine Gesundheit zu schaffen. Sollte ich wirklich über den grossen Teich fliegen, falls ich ernsthaft erkrankt sein sollte?

Wenn Du den Blog aufmerksam verfolgt hast, kannst Du Dich bestimmt daran erinnern, dass ich bereits bei meiner Rückreise aus Indien erkältet war und versucht habe, meinen Schnupfen und Husten in Marokko zu kurieren. Allerdings wurde besonders der Husten gegen Ende des Marokko-Aufenthaltes immer schlimmer. Also entschloss ich mich, lieber erst einen Arzt aufzusuchen. Falls ich eine ernstzunehmende Krankheit haben sollte, wollte ich lieber doch nicht so weit reisen.

Also ging ich gleich morgens um 7 Uhr zu einer Notpraxis. Die erste Untersuchung, eine Blutentnahme und ein Röntgenbild der Lunge führte zum ersten Befund: Bronchitis. Doch der Arzt war sich noch nicht ganz sicher, zumal ich ja bis nach Mexiko reisen wollte. Also wurde mir knapp anderthalb Stunden später Kontrastmittel eingeflösst und ich sass in der Röhre eines MRI. Hier wurde meine Lunge noch gründlicher gecheckt und ich fragte mich kurz, ob das Bier vom Abend vorher wohl noch in der Blutbahn wahrnehmbar ist? ;-)

Noch einmal anderthalb Stunden später stand der nächste Befund fest: Ich habe eine leichte Lungenentzündung. Allerdings war sich der Arzt nicht ganz sicher, ob diese erst im Anmarsch ist oder bereits abklingt. Je nachdem, welche Diagnose zutreffen würde, würde dies meine Weiterreise nach Mexiko entsprechend beeinflussen oder nicht.

Der Arzt untersuchte alles ganz genau, zog noch einen weiteren Facharzt zu Rate und meinte, dass er anhand meines Krankheitsbildes mit 99prozentiger Sicherheit sagen würde, dass meine Lungenentzündung am Abheilen wäre. Ich hätte sie nur deswegen nicht gespürt, weil ich so stark erkältet war.

Über die Diagnose war ich hocherfreut, schliesslich musste ich somit meine Reiseversicherung nicht belasten und konnte mich stattdessen in den Flieger nach Mexiko setzen.

Für das Restrisiko von einem Prozent versorgte mich der Arzt neben den normalen Medikamenten vorsichtshalber noch mit einem starken Antibiotika: Falls sich mein Befinden verschlechtern sollte, könnte ich selbst sofort darauf reagieren. Aber ich bin wie immer optimistisch und hoffe, dass es nicht schlimmer wird.

Auf die Reise nach Mexiko habe ich mich riesig gefreut. Sie ist meine dritte Reise und vorerst die letzte Gruppenreise von insgesamt sechs Reisen, die ich bei den Reiseveranstaltern sonnenklar.TV, e-kolumbus, Mediplus Reisen, Gebeco und BigXtra gebucht habe. Auch wenn ich jetzt schon über das Pro und Contra einer solchen Gruppenreise schreiben könnte, warte ich diese noch ab. ;-)

Jetzt wartet Mexiko auf mich und ich werde einmal über das grosse Meer nach Westen fliegen, einmal den besten Mojito der Welt trinken, die ganze Wahrheit über die Mayas erfahren und ich freue mich einfach riesig.

Deswegen bin ich pünktlich halb sechs am nächsten Morgen am Flughafen, gehe zum Schalter von Air Berlin und frage dort nach einem Last Minute Upgrade. Schon zwei Stunden später sass ich in einer A330 auf dem Platz 4K, genoss den Ausblick aus dem Fenster und den Service der Business Class.

Auf nach Cancun, dem Ort, an dem zwölf Stunden später meine Reise beginnen wird. Bei dieser Reise werden nur insgesamt 13 Personen teilnehmen. Das weiss ich deshalb, weil ich am Schalter von Air Berlin immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass ich ein Gruppenticket mit 13 Personen habe. Da ich jedoch bisher keinen von ihnen kenne, ist es mir ziemlich egal, wer meiner Mitreisenden im Flugzeug dazu gehört.

Während des Fluges freue ich mich jedenfalls darauf, dass ich ein bisschen verwöhnt werde und somit meine Krankheit vergessen kann. Wir fliegen in etwa elf Kilometer Höhe und legen dabei rund 900 Kilometer in jeder Stunde zurück. Eine Serie von "Two and a half man" verkürzt die Reise über den Nordatlantik enorm, irgendwann fliegen wir an Halifax, Boston, New York, Washington und Miami bis nach Cancun.



              

    


Gebucht über: sonnenklar.TV
Reiseveranstalter und Bezahlung: e-kolumbus Reisen / e-domizil GmbH
Tourveranstalter: Mediplus Reisen
Fluggesellschaft: Air Berlin
Hotel: Four Points by Sheraton Cancun

Donnerstag, 9. Juni 2016

Ab ins Königreich Marokko ins Märchenland der 1001 Nacht

Oder: Warum ich meine nasse Wäsche zum Trocknen nach Marokko bringe...

Just aus Indien zurück, gerade gelandet und total übermüdet, dazu von einer lästigen Erkältung geplagt, geht es weiter nach Marokko. Dabei habe ich kaum geschlafen, meine Nase tropft wie ein lecker Wasserhahn, meine Augen sind so geschwollen, wie die Füsse der Brötchenverkäuferin nach einem langen, im Stehen verbrachten Arbeitstag und auf meinen Sitznachbarn im Flugzeug habe ich wohl allergisch reagiert, so dass ich die ganze Zeit nicht aus dem Niesen herauskam.

Ich mache einen kurzen Stopp im Waschsalon und gebe dort meine Wäsche ab. Gleich am nächsten Morgen, also kurz vor meinem Abflug, kann ich alles gewaschen und getrocknet abholen. Der Friseur passt meine Glatze dann den restlichen Haaren an, bei der Gesichtspflege wird mir der indische Sand und Staub aus meinen Poren entfernt, die bald so tief wie Vulkankrater schienen und weil Mann sich auch einmal etwas gönnen muss, geht es noch zur Maniküre.

Am nächsten Morgen geht es nach Marokko, genauer gesagt, nach Agadir.
Momentan dürfte es in Marokko ein kleines bisschen kälter sein, als gerade in Indien - und etwas wärmer als in Deutschland und der Schweiz. Das freut mich sehr, einfach auch deswegen, weil ich noch total müde von den heissen Temperaturen bin, die während der dreiwöchigen Rundreise durch Indien geherrscht haben. Ich freue mich auf meine Erholung in Agadir, auf gutes und gesundes Essen, bevor ich zu meiner nächsten dreiwöchigen Rundreise aufbreche.

Allerdings erwischt mich gleich am frühen Morgen die erste schlechte Nachricht: Das Telefon klingelt und mir wird mitgeteilt, dass durch das Unwetter in der Nacht das Wasser einen Weg vom Dach in den Waschsalon gefunden und die Elektrik beschädigt hat. Meine Wäsche ist also zwar gewaschen, konnte aber nicht getrocknet werden. Da mein Flieger bald startet, bleibt mir keine Zeit, die Wäsche in einem anderen Salon zu trocknen. Hoffentlich komme ich dann mit der schweren nassen Wäsche durch die Gewichtskontrolle für das Gepäck beim Einchecken. Im Hotel verteile ich die Wäsche erst einmal im ganzen Zimmer und versuche mit dem Fön etwas Schadensbegrenzung zu betreiben. Ich hoffe nur, dass in diesem Moment keine Putzfrau kommt. Die würde sich über diesen Anblick wahrscheinlich köstlich amüsieren.

Das Ergebnis meiner Bemühungen war eher suboptimal: Während sich im Zimmer feuchtwarme subtropische Wärme ausgebreitet hat, tropfte die Wäsche immer noch. Mir blieb nichts anders übrig, als die nasse Wäsche in die Reisetasche zu stopfen. In Marokko würde sie schon trocken werden. Immerhin kann ich jetzt sagen, dass ich meine frisch gewaschene Wäsche tausende von Kilometern weit zum Trocknen bringe: Höhere Gewalt gegen Höhenflug, sozusagen.

Meine Reise nach Marokko ist übrigens keine Rund- oder anderweitig geführte Reise, sondern ich habe selbst den Flug und das Hotel günstig gebucht. Um die Ausflüge will ich mich dann kümmern, wenn ich dort bin. Für mich ist es immer wieder eine spannende Herausforderung, aus der Vielzahl der Angebote die günstigsten herauszufischen. Ich finde immer wieder welche, die zum Teil echt unglaublich sind und Flug, Hotel und Verpflegung günstiger anbieten, als ich zuhause dafür bezahlen würde. Aber da ich im Moment ja kein Zuhause habe, kann ich dort auch nicht günstiger leben :-)

Immerhin habe ich in diesem Jahr immer wieder festgestellt, dass es sich lohnt, am Abreisetag wirklich früher am Flughafen zu erscheinen und am Schalter nach einem Lastminute-Upgrade zu fragen. So wie dieses Mal, das Upgrade bekam ich für die Hälfte vom Preis, also 50 Prozent günstiger.

Den Flug übernimmt heute die Condor, beziehungsweise Thomas Cook Airlines. Ich fliege mit einer A 320 auf dem Sitzplatz 1C. Zwar war ich mir sogar fünf Minuten vor Abflug noch nicht ganz schlüssig, ob ich nicht meiner Erkältung zuliebe die Reise absagen und lieber hier zur Ruhe kommen soll, doch Freunde versicherten mir wirklich "glaubhaft", dass die Hospitale in Marokko gut seien..... Naja, so schlimm, wie das Kuh-Hospital in Indien kann es ja kaum werden.

Da gerade keine Schulferien sind, sind auch keine Familien mit kleineren oder größeren Kindern unterwegs. Dafür freuen sich unzählige Rentner über die künftigen sonnigen Tage, haben ihre Rheumasalbe zu Hause gelassen, den Rollator in der Garage parkiert und warten darauf, dass sie ihre Füsse in den heissen Sand stecken können. Besonders wenig gepflegte Herrenfüsse können auf diese Weise unauffällig vor den Blicken der Mitreisenden versteckt werden. Ob es wieder eine Schlacht um das Frühstücksbuffet geben wird?

Während die Mitarbeiterinnen von Condor am Ticketschalter und Check-In äusserst freundlich waren, glichen die belgischen Flugbegleiterinnen eher überempfindlichen Politessen, die keine Gnade beim Verteilen der Knöllchen kannten. Irgendwie ist ihnen ihr Lächeln wohl auf 10.000 Meter Höhe bei den Turbulenzen verrutscht.

Zu Essen gab es - welch Überraschung - Hühnchen mit Reis. Ich kam ja gerade frisch aus Indien zurück und dort gab es wirklich jeden Tag an mindestens einer Mahlzeit Hühnchen mit Reis. Ich muss glatt mal in den Ohren nachgucken, ob ich dort schon Reis und Hühnchen finde. Glücklicherweise fand ich auf dem Tablett noch Kartoffelsalat mit Fisch und Käse, ein Snickers als Nachspeise und ein Brötchen. Auch ein kleines Flugzeug stand auf dem Tablett, als Salz-und Pfefferstreuer. Vorne der Propeller liess sich abmontieren und gab dann den Streuer frei.

Das ist allerdings der Luxus, den es nur beim Premium Upgrade gibt, ebenso wie die Getränke. Die anderen Passagiere mussten sich mit einem kleinen Snack begnügen. Kopfhörer hätte ich dagegen kaufen müssen, doch da mich das Unterhaltungsprogramm nicht interessiert, lasse ich es. Die Radiosender machen hier oben ebenso Pause, wie das Lächeln der Flugbegleiterinnen.

Ich parke meinen ganzen Vorrat an Taschentüchern auf dem freien Platz neben mir. Gestern war in Deutschland Red Nose Day - und irgendetwas war ansteckend. Inzwischen sieht nämlich meine Nase der Nase eines Clowns nicht unähnlich. Ich hoffe nur, dass ich nicht so aufdringlich bin, wie dieser. Glücklicherweise dauert mein Flug ins Märchenland nur vier Stunden. Vielleicht finde ich dort eine alte Öllampe, die von einem dienstbaren Geist bewohnt wird oder kann meine gebrauchten Taschentücher gegen ein neues Kamel tauschen. Mal sehen.

Jedenfalls liege ich die ersten vier Tage in Agadir flach und bleibe brav in meinem Resort. Die Erkältung hat mich fest im Griff, so dass mir nichts weiter übrig bleibt, als alle Ausflüge abzusagen. Erst einmal gilt es, wieder auf Vordermann zu kommen.

Zum Glück habe ich mit dem Les Dunas d'Or eine super Anlage gewählt. Direkt am Strand gelegen, ist sie nur durch eine Promenade für Fussgänger von diesem getrennt. Allerdings ist für mich das Animationsprogramm auf der Bühne deutlich zu laut. Aber für meine Krankheit können die Jungs und Mädels ja nichts.

Über die ganze Fläche der Anlage sind unterschiedliche Bars, Pool Bars und Snack-Stände verteilt. Das ist für mich mit meinem Ultra Alll inklusiv Angebot super, auch wenn ich den Unterschied zwischen dem All inklusiv und dem Ultra All inklusiv nicht herausgefunden habe: Alle tragen die gleichen Armbänder und bekommen auch das gleiche Angebot.

Ich kann wahlweise im Restaurant vom Buffet essen oder in einem der anderen Spezialitäten-Restaurants essen. Alles ist für mich inklusive. Wenn ich denn essen könnte. Am Abend fällt das Essen aus, weil ich zum einen keinen Hunger habe und zum anderen zu viele Medikamente genommen habe. So kann sich mein in Indien wirklich vollgefutterter Bauch etwas erholen.

Als es mir wieder besser geht, heuere ich mir für die letzten drei Tage einen privaten Tourguide an und hoffe, dass er mir die schönsten Orte zeigen kann, auch wenn nur noch wenig Zeit dafür bleibt. Agadir ist wirklich eine Reise wert und - das ist jetzt meine Meinung - im Vergleich mit Tunesien wirklich lohnenswerter. Es ist hier sehr sauber, die Menschen sind aufgeschlossen und es ist wirklich sehr leicht, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen.

Mein privater Guide führte mich zu Stränden und an echt abgelegene Orte, bei denen ich aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Wir waren in einem kleinen Surfer-Village, naschten einheimische Spezialitäten und sassen mitten unter den Menschen, die hier ihre Heimat haben. Da Ramadan war, wurde weder in den Bars noch in den Strandcafes Alkohol ausgeschenkt, doch die Jungs hatten wohl etwas zu rauchen dabei, das eine etwas andere Wirkung als eine normale Zigarette hatte. So bekam ich wenigstens für drei Tage lang einen kleinen Einblick, wie die Menschen hier rund um Agadir leben.

Am Wochenende war in Agadir richtig was los. Sämtliche Einheimischen haben Weekend gemacht, auch die von Marrakesch. Während die Frauen und Mädchen tief verschleiert auf der Beachpromenade flanieren, stellen die braungebrannten Jungs ihren Körper zur Schau und posieren, als gälte es in Miami Beach zu beeindrucken.

Am Abend verführte mich der Guide, so dass wir ein marokkanisches Restaurant aufsuchten. Dort gab es leckere Tajines, das sind traditionelle nordafrikanische Gerichte, die in einem speziellen Tontopf zubereitet werden, Die Tajine ist rund, aus Lehm gebrannt und hat einen spitzen Deckel, dessen Mulde oben mit Wasser gefüllt wird. Der Tontopf funktioniert wie ein Herd mit Umluft: Der Dampf steigt auf, kühlt oben ab und läuft an den Seiten wieder zurück in den Topf. Das Gericht wird direkt darin geschmort und serviert. Da Gemüse und Fleisch zusammen geschmort werden und praktisch im eigenen Saft garen, hat alles einen unglaublich guten Geschmack. In meiner Tajine waren Lammfleisch, Honig, Datteln, Zwiebeln, Mandeln, Kartoffeln, Karotten, Safran und noch weitere Gewürze drin, die ich nicht genau identifizieren konnte. Das hat so gut geschmeckt, dass ich allein wegen des Essens noch einmal hierher kommen muss. Die ganze Atmosphäre hier ist einfach großartig, so mit diesem lockeren und trotzdem gut organisierten Leben. Schliesslich gibt es neben Agadir und Marrakesch noch weitere Städte in Marokko, die ich dringend sehen möchte.

Erst einmal muss ich jedoch Abschied nehmen und meine nächste Destination ansteuern. Ich freue mich riesig auf Mexiko und die Geschichten über die Mayas.

Bis bald. 



                              

Reise gebucht bei: sonnenklar.TV
Reiseveranstalter: BigXtra Reisen
Hotel: Les Dunes D'Or
Fluggesellschaft: Condor