Das bin ich ;-)

Das bin ich ;-)
Hallo

Dies bin ich, Marcel, aber meine Freunde nennen mich einfach "Hopi".

Nach meiner beruflichen Tätigkeit als Eventmanager und im Marketing / Verkauf bei einer Eventtechnikfirma, war ich einige Jahre selbstständig (Ideengeber von eventlokale.com) - doch irgendwann hatte ich genug davon. Ich nahm mir eine Auszeit und reiste durch die Welt.

2015 ging es los: Wohnung auflösen und alles verkaufen. Zunächst lernte ich für ein Vierteljahr Englisch in England. Neben dem Sprachunterricht blieb mir genügend Zeit für Land und Leute. Anschließend ging es über Spanien, Portugal, die Kanarischen Inseln, die Kapverden nach Asien, in die Türkei und nach Südamerika. Zwischen den ganzen exotischen Zielen war ich für kurze Zeit immer wieder mal in Europa.

In meinem Blog schreibe ich über meine Reisen, über das, was ich erlebt habe. Oft war es lustig, auch wenn es nicht auf den ersten Blick danach aussah: Schließlich ging auch einiges schief.

Ich berichte hier über meine Erfahrungen und erzähle euch, was ich auch unteranderem mit den Reiseveranstaltern wie sonnenklar.TV, bigXtra, e-kolumbus, Gebeco, Mediplus Reisen etc., den unterschiedlichen Fluggesellschaften und in den Hotels alles erlebt habe. (Reiseveranstalter Feedback)

Ich wünsche euch viel Spass beim Lesen und wenn Ihr Fragen an mich habt, kontaktiert mich einfach.

Euer Hopi

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Freitag, 20. Mai 2016

Von Bikaner nach Jodhpur am Kuh-Hospital vorbei

Wusstet Ihr das es ein Kuh-Hospital gibt?

Unser Busfahrer hetzt über die Strasse, als wäre er vom Teufel verfolgt. Wir fuhren nach Jodhpur, einer als interessant angepriesenen Stadt, in der es noch wärmer sein soll als es jetzt schon ist.

Unterwegs sehen wir einzelne Gazellen, Rehe und Antilopen, die draussen in der kargen Natur ihr Futter suchen. Hier ist eine solch karge Steppenlandschaft, dass sie es sicherlich nicht so einfach haben, bis sie etwas zu futtern oder trinken finden. Deswegen ziehen besonders die Kühe gerne bis in die Dörfer und Städte hinein, weil sie in den Abfallbergen nach Fressen suchen und vielleicht auch irgendwo etwas Wasser finden.

Hier ist ein Unfall oder eine Panne sicherlich noch weniger schön, als anderswo: Bis endlich Hilfe eintrudelt, bist du verdurstet.

Neben der Strasse werden gerade riesige Röhren verlegt, durch die später Trinkwasser fliessen soll. Die Bauarbeiter hier in der Wüste wohnen und schlafen entweder in kleinen Zelten aus Stoff oder in eben jenen Röhren, die sie verlegen. Eine solche Röhre ist etwa zehn Meter lang und hat einen Durchmesser von zwei Metern. Hängt man auf beide Seiten jeweils ein Tuch, ist eine kleine Röhren-Wohnung fertig.

Apropos Unfall, Essen und Kühe:
Hier, auf der Strecke zwischen Bikaner und Jodhpur befindet sich in der Nähe der Stadt Nagaur das grösste Hospital in Indien, das nur für Kühe existiert. Ihr wisst ja sicherlich, dass in Indien die Kühe heilige Tiere sind. In diesem Krankenhaus arbeiten etwa achtzig Ärzte und kümmern sich um verletzte und kranke Kühe. Finanziert wird alles durch private Spenden, das Krankenhaus, die Ärzte und sogar ein spezieller Krankenwagen, mit dem die kranken Kühe von den Bauern abgeholt werden, damit sie hier geheilt werden können. Auch die Kühe, die auf der Strasse leben, werden manchmal angefahren, verletzen sich, fressen Plastik oder andere Dinge, die nicht gut für sie sind. Diese werden ebenso hierher gebracht und medizinisch versorgt.

Ja, es stimmt: Hier ist ein anderes Land, hier herrschen andere Sitten, die für uns Europäer nicht immer nachvollziehbar sind. Aber wenn uns etwas heilig ist, dann sorgen wir ja ebenso dafür: Uns Schweizern sind die Berge heilig, und deswegen schützen wir sie auch an manchen Stellen mit riesigen Bauten, damit keine Lawinen aus Geröll ins Tal rutschen können.

Ich habe jedenfalls so viel Mitleid mit den kranken Tieren, dass ich kaum zusehen kann, wie eine Kuh am Horn operiert wird und deswegen halte ich mich hier nur relativ kurz auf. Der Operationssaal ist nämlich einfach ein Unterstand im Freien. Einer der Arbeiter erzählt mir später, dass die Kühe manchmal doch nicht ganz so "heilig" sind, wie es auf den ersten Blick aussieht. Gelegentlich werden nämlich diese heiligen Kühe illegal geschlachtet, schliesslich kommen so arme Menschen zu günstigem Fleisch. Naja. Die Kühe, die ich so auf der Strasse sah, waren bis auf die Knochen abgemagert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das eine grosse Ausbeute an Fleisch sein soll. Mir gefällt jedenfalls das Krankenhaus für die kranken Kühe und die Geschichten rund um die Heiligen Kühe dann schon besser.

Wir kommen in Jodhpur an und räumen nur schnell unser Gepäck ins Hotel Lords Inn, bevor es gleich weitergeht. Jodhpur liegt in der Nähe der pakistanischen Grenze, immer noch am Rand der Wüste Thar und ist eine der interessantesten Städte Indiens. Die Wüste lässt sich weder übersehen, noch ignorieren: Es ist einfach nur heiss und überall liegt Sand, bis in die Stadt hinein ist alles voller Sand.

Am späten Nachmittag besuchen wir das riesige Fort Mehrangarh, das von einer zehn Kilometer langen Mauer umgeben ist und hoch über den blau bemalten Häusern auf einem Felsen thront. Eine kurvenreiche Strasse führt die 130 Meter bis nach oben und bietet immer wieder atemberaubende Blicke nach unten. Oben angekommen, ist die Aussicht grandios und spektakulär. Das Fort ist eine der beeindruckendsten Residenzen, die es in Rajasthan, diesem indischen Bundesland, gibt. Hier oben lässt sich die 500jährige Geschichte des Ortes fühlen und sehen: Das Bauwerk befindet sich in einem sehr guten Zustand und hat innen wunderschöne Räume zu bieten.

Wer keinen privaten Guide an seiner Seite hat, sollte sich einen Audio-Guide für die Tour durch die Festung am Eingang mieten. Diese gibt es für unterschiedliche Sprachen und du bekommst erzählt, was früher in den Räumen war, wem die Throne dienten, wer auf den Bildern und was auf den Teppichen zu sehen ist.

Nachdem der Eintritt entrichtet war, fahre ich mit dem Lift bis ganz nach oben. Von dort kann ich unglaublich weit sehen und geniesse für eine Weile diesen fantastischen Ausblick.

Von hier beginnt auch der Rundgang, der durch das grosse historische Gebäude führt. Gleich hier oben und später am Ausgang gibt es Getränkestationen, am Ausgang wartet zusätzlich ein Souvenir-Shop auf die Besucher, in dem es beispielsweise schöne handgefertigte Schuhe aus Kamelleder für nur 450 Rupien gibt.

Zum Abschluss stehe ich auf einem Plateau und geniesse noch einmal den traumhaften Anblick auf die Stadt unter mir. Die Häuser sind so schön blau-weiss, dass ich für einen kurzen Moment die Illusion habe, ich sei in Griechenland. Dabei ist das in Wirklichkeit schon einige Kilometer davon entfernt.

In der unglaublichen Hitze von 48° Celsius führt uns ein Inder vor, wie die Turbane gewunden werden, wie sie von den hiesigen Männern auf dem Kopf getragen werden. Der Rundgang ist wahrlich schweisstreibend und ich bin heilfroh, als es im kühlen Bus durch die lebendige Stadt zurück zum Hotel geht.

Nach dem Abendessen sitze ich noch auf dem Roof Top am Swimmingpool und staune nicht schlecht, als ich zur Stadt gucke: Irgendwas wird dort gefeiert und Feuerwerk steigt von überall her hoch in den Himmel. Das war ein solch fantastischer Anblick: Ich steckte mit meinen Füssen im warmen Wasser des Pools, während oben am Himmel die Sterne des Feuerwerks auf die Stadt regneten. Das ist einer der Momente im Leben, die ich sehr schätze und von denen ich weiss, dass ich sie nie wieder so erleben werde.



                                    

Gebucht über: sonnenklar.TV
Reiseveranstalter und Bezahlung: e-kolumbus Reisen / e-domizil GmbH
Tourveranstalter: Mediplus Reisen
Hotel: Hotel Lords Inn

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